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Erinnern ist fühlen

Ich muss schmunzeln darüber, dass mir beim Schreiben dieser Zeilen der Duft des Frühlings um die Nase weht. Der Blick durch das Fenster gibt den Blick auf Schneeflocken unter grauem Himmel wider. Jedoch, wenn ich die Augen schließe, meine ich die Vögel am blauen Himmel zu sehen, die Biene an meinem Ohr vorbei summen zu hören. Ich rieche den Duft frisch gemähten Grases und fühle zart die Knospen des Weidenkätzchens an meiner Fingerspitze streichen. Für einen Moment – einen kleinen Moment nur – ist Frühling in mir. Jetzt. Mitten im Winter. Doch so lange ich das Erinnern habe, wird er bleiben. Der Frühling. Der Sommer. Oder du…
Angst habe ich davor, das Erinnern zu verlieren. Denn damit hätte ich auch dich verloren. Oder den Sommer. Oder den Frühling…
12.8.08 08:12


Sinnspruch

Vermeide nach Möglichkeit die Vermeidung von Fremdwörtern
weil: Die versteht keiner.
Meistens.
Und das ist gut so.
Sonst wären sie uns ja nicht fremd.
11.8.08 20:07


Im Rausch der Musik

Ich nehme schon deine Hand, lege die andere leicht auf deine nackten Schulterblätter und schaue dich dann an, den Einsatz der Musik erwartend.
Das Vorspiel ist sehr kurz – Zeit, noch schnell zu schauen ob du bereit bist und dir aufmunternd zuzulächeln, dann ist der erste Takt aus der Musik zu vernehmen. Ein kurzes Wiegen in den Hüften, ein leichter Druck, und gleichzeitig beginnen wir. Die ersten Schritte sind noch ein wenig steif – zwar in gleichmäßigem Takt, doch vorsichtig noch und mit angedeuteter Distanz. Kleines, beiderseitiges Grinsen, als sich unsere Füße sozusagen knapp verfehlen, doch dann scheinen wir zusammen zu wachsen. Mit jedem Takt und Schritt wächst die Harmonie und die Sicherheit. Mehr und mehr vergessen wir das Denken an das Tanzen und beginnen, zu tanzen...
Meine Hand rutscht von deiner Schulter auf deine Hüfte. Du bist so besser zu spüren für mich, leichter zu führen. Nur in der Drehung noch hält meine Hand dich in den Schultern, damit du dich hineinlegen kannst in den Schwung.
Meine Führhand redet mit der deinen, eine ganz subtile Kommunikation, die du ohne Worte verstehst. Du weißt, wohin ich will, und du weißt, wie ich es will. Mit wachsendem Vergnügen folgst du mir zunächst, lässt mich bald jedoch spüren, dass noch viel mehr möglich ist.
Ich sehe das Lachen in deinen Augen und sehe sie genauso lebendig, wie deine Hüfte meiner Hand sich zeigt. Von Distanz ist nichts mehr zu spüren. Du bist mir so nah wie du mir nah kommen musst, um in der Harmonie bei mir zu sein. Waren unsere Bewegungen anfangs abtastend und behutsam, gewinnen sie stetig an Energie und lassen diesen schlichten Tanz schließlich zu verschmelzender Leidenschaft werden. „Wir“ sind nur noch Takt und Tanz, hören keine Melodie, sehen nur noch uns. Es saust in meinen Ohren, und deine Haare fliegen.
Mehr und mehr beginnen wir, über die Tanzfläche zu fliegen. Schon lange fühle ich dich kaum noch, leicht wie eine Feder scheinst du geworden zu sein. Die Harmonie hat sich in Selbstverständnis gewandelt, und das funktioniert auf eine wunderbare Art.
Als das Musikstück dem Ende entgegen geht, tauchen wir langsam wieder ein in das Hier und jetzt. Sie ist wieder als Melodie zu hören, die Musik, und nicht nur als Takt. Menschen um uns tauchen auf, die miteinander reden beim Tanzen, Gläser klirren und ich spüre mich ein wenig erhitzt durch den Tanz, den wir langsam ausklingen lassen.
In der kurzen Pause, die folgt, behalten wir unsere Tanzposition bei. Nur ist das Lächeln jetzt hinzugekommen. Die Freude auf den nächsten Tanz...
29.7.08 15:05


Starke Frauen

Starke Frauen sind wie Sterne am Firmament. Es ist, als wirkten sie stark durch das Kapital, dass sie mitbringen, das sie anstrahlt wie eine Sonne es tut. Doch dieses Kapital ist grundverschieden und trennt irgendwann die Spreu vom Weizen.
In der Spreu finden sich Frauen, deren Kapital recht flüchtig ist. Sie wirken sehr attraktiv, diese Frauen, sei es durch ihr Geld, ihr Aussehen oder durch Karriereerfolg. Doch ihre Attraktivität ist nur vorübergehend. Sie verglühen schnell, wenn sie ihre Sonne verlieren: das Geld, das Aussehen, den Erfolg. Stärke kann sehr zerbrechlich sein, wenn man sich allein auf sie verlässt.
Der Weizen - das sind Frauen, die Stärke mit Kraft verbinden. Frauen, die nicht attraktiv zu sein brauchen, denn sie sind schön. Frauen, die dynamisch sind, weil sie Ideen haben und Träume, denen sie folgen, ohne sich damit darstellen zu müssen. Frauen, die Kraft schöpfen aus dem, was sie glauben, oder Frauen mit Kraft aus ihrer umfassenden Liebe. Diese Frauen stehen alle auf einem Fundament, das sie selbst geschaffen haben und das sie immer tragen wird. Als Stern können sie nicht verglühen, so lange sie sich ihre Kraft erhalten.
28.7.08 09:42


Augenspiel

Ich sah dich, als ich mich an den Tisch im Gartenrestaurant setzte. Nur einen Tisch weiter hast du allein gesessen. Als ich Platz nahm, fiel mein Blick nur zufällig auf dich – wie man sich halt so umguckt, wenn man allein ist und sich „neu“ irgendwo hinsetzt. Naja, und als ich dann saß, saßest du mir halt gegenüber.
Ich machte es mir gemütlich. Ich war gut drauf, denn es war warm, die Sonne schien, ein lauer Wind brachte etwas Abkühlung von der Ostsee herüber. Ich hatte schon ein paar Kilometer mit dem Rad hinter mir und die Pause jetzt redlich verdient.
Ein Blick in die Karte, obwohl ich wusste, was ich wollte, und dann guckte ich wieder auf dich. Ganz unbewusst erst. Aber du wendetest schnell den Kopf ab, als ich hinüberschaute, das machte mich ein wenig wacher. Zumindest begann ich dich wahr zu nehmen. Eigentlich wirktest du ganz
„normal“. Gesicht und Augen waren zwar durch eine große Sonnenbrille verdeckt, die dich im Ansatz mondän wirken ließ, aber deine Figur war fraulich. Du trugst ein leichtes Sommerkleid, dessen Muster an braune Blumen erinnerte. Es sah aber hübsch aus. Deine Füße steckten nackt in offenen Schuhen. Ganz in Ordnung also, bis auf die Sonnenbrille. Sowas finde ich doof. Naja, ich muss sagen, dass es angebracht war bei diesem Sonnenschein, aber irgendwie hätte ich dir gern in die Augen geguckt, um mir einen „Gesamteindruck“ zu verschaffen. Und auch die Chance für ein Augenspiel war vertan. Ich musste innerlich zwar grinsen, als ich sah, wie du den Kopf in meine Richtung drehtest, um dann schnell wieder wegzusehen, aber so hatte es gar keinen Sinn. Naja, und verunsichern wollte ich dich ja auch nicht. Deshalb begann ich dich zu ignorieren. Eiskalt.
Das klappte zunächst auch ganz gut, weil die Kellnerin kam. Höflich, wie ich bin, schaute ich die dann an, fragte nach Nuß-Sahne-Torte und bestellte dann ein Stück mit Cappuccino und Wasser.
Als sie sich bedankt hatte und mit ihrem Zettel entschwand, fuhr ich fort damit, dich zu ignorieren. Ich guckte mir den Himmel an, die Bäume, sah einem Vogel zu und beobachtete ein quängelndes Kind, das an seiner genervten Mutter zupfte. Zwischendurch pfiff ich ein kleines Lied – aber ganz leise und so vor mich hin. Nur aus Versehen schaute ich ein paarmal zu dir herüber. Ganz kurz nur, damit du ja nicht auf die Idee kämest, ich würde dich beobachten. Und auf deiner Seite sah’s wohl ähnlich aus. Denn immer, wenn ich rüberguckte, gucktest du schnell weg. Und dann guckte auch ich schnell weg, damit klar war, dass ich dich ignorierte.
Die Kellnerin brachte mein Gedeck, und über das leckere Tortenstück vergass ich dich ganz. Doch als ich den Teller zurückschob und meinen Cappuccino an den Mund führte, fiel mein Blick dann wieder auf dich. Wieder schautest du schnell weg. Ich fand’s langsam ein blödes Spiel, grinste jedoch vor mich hin und widmete mich meinem Heißgetränk. In beiden Händen hielt ich’s, und über den Tassenrand grinste ich weiter zu dir hin. Ich sah den Wind an deinem Kleidchen zupfen und dachte, was wohl wäre, wenn er von unten zwischen deine Beine bliese und das Kleid hochschlüge. Ich hätte fast gelacht bei diesem Bild, sah dich panisch aufspringen und mit allem, was du hast, den Stoff wieder runterdrücken. Dabei wäre das gar nicht gegangen, denn du saßt ja drauf, auf deinem Kleid.
Trotzdem kam mir der Gedanke, wie du wohl aussehen würdest darunter – ich bin halt auch nur ein Mann. Ich folgte imaginär dem Weg deiner Beine, während ich am Cappuccino nippte. Ich sah ein weißes Höschen blitzen, darüber den Bauch, der ein wenig vibrierte, und eine schöne volle Brust mit appetitlichen Nippeln. Wie sich das wohl alles anfühlte, dachte ich, und wie es sich für dich wohl anfühlte, wenn ich fühlte. Und mein Schmunzeln wurde breiter.
Plötzlich merkte ich, dass ich dich während der ganzen Zeit angestarrt haben muss, und wahrscheinlich schautest du nun mich an, denn deine Brille zeigte in meine Richtung. Heiß spürte ich meine Ohren rot werden, obwohl du mich ja gar nicht ertappt haben konntest – es sei denn, du wärest Gedankenleserin. Fast hätte ich aufgelacht bei der Idee.
Aber nun kam die Kellnerin, um bei dir abzukassieren, und das brachte mich wieder zur Besinnung. Auch ich winkte ihr.
Die Kellnerin kam herüber. Ich konnte dich nur noch aus den Augenwinkeln sehen und so irgendwie um die Kellnerin rum. Aber ich war gespannt darauf, wie du aussehen würdest in deinem Kleid, wenn du stehst. So quasi als Entschädigung, weil ich deine Augen nicht zu sehen bekam. Doch dann musste ich das Kleingeld in meinem Portemonnaie zusammenklauben und verlor dich aus dem Blick.
Als ich aufschaute, um der Kellnerin einen Zehner entgegen zu halten, warst du plötzlich direkt neben mir und gingst langsam vorbei. Immer noch konnte ich deine Augen nicht sehen. Merkwürdig war aber, dass deine Hand leicht über meine Schulter strich. Nicht zufällig, das ließest du mich spüren...
25.7.08 20:11


Sprache

Der Linguistik innewohnt,
dass bei Gebrauch man sie betont.
Doch trifft man nicht den rechten Ton,
wer’n Wörter schnell zum Idiom.
25.7.08 13:40


Ich will

Ich weiß nicht… Es ist ein Zorn in mir, den ich nicht beschreiben kann. Aber ich spüre ihn. Ich spüre ihn als eine Energie, die mich treibt. Ganz hinten, ganz weit hinten in diesem Zorn ist etwas, das mich zu Tränen rühren will.
Es fühlt sich an wie Verzweiflung. Ist es das? Verzweiflung wegen was? Verzweiflung wegen der Vergangenheit oder Verzweiflung wegen der Gegenwart?
Die Vergangenheit… Ich kann mich kaum erinnern, berührt worden zu sein von dir. Du hast jedoch immer dafür gesorgt, dass ich dich berühren muss. Und du hast gewusst, dass ich dich berühren will. Meine Hingabe hast du gesehen und meine Liebe - nur nicht erkannt, jedoch benutzt. Und das tut weh.
Es tut weh, weil auch ich nicht erkannt, sondern nur gesehen habe, dass du mich benutzt. Wieviel besser hätte ich geben können, wenn ich weiser gewesen wäre? Und wie viel weniger Schmerz hätte ich erlitten?
Ich wünsche mir Hingabe! Nicht das, was man auf sexueller Ebene mit Hingebung verwechselt. Ich will dich, ich will mich, und ich will uns auf einer „gleichen“ Ebene. Ich will dir geben können, und ich will dir zeigen, wie du geben kannst – nicht, weil ich haben will, sondern weil ich mir wünsche, dass du geben kannst. Du brauchst es, und ich fühle, dass du es willst. Dann ist es egal, wem du gibst, aber es wird dich glücklich machen. Zuweilen. Und es wird dich stärken.
Nur… wenn ich das denke, wieso bin dann nicht ich so erstarkt aus meiner Hingabe? Warum bin ich so überhaupt nicht glücklich, da ich dir doch geben konnte? Vielleicht weil ich es musste? Ich meine: dir geben? Oder weil ich fühle, dass ich dir nicht genug gegeben habe?
Ich will da nicht wieder hin. Ich will nicht zweifeln, nicht trauern. Ich will nicht! Ich will nicht weinen aus Schmerzen, von denen ich nicht weiß, wie sie entstanden. Und ich will nicht Schmerzen zufügen, von denen ich nicht weiß dass ich sie zufüge. Und auch keine anderen.
„Ich will nicht“ ist der erste Schritt. Und der härteste. „Ich will“ nur der zweite. Und der schwerste. Aber er führt zu weiteren Schritten. In solche wie „Ich darf“, „Ich kann“…
Jeder dieser weiteren Schritte ist schön und erhöht die Bewegung, die dich dorthin führt, wo ich dich sehe: Ins Ich.
In ein Ich, das du noch nicht bist. Aber ein Ich, das in dir ist. Ein wunderschönes Ich – eines das strahlt und das wärmt. Hier liegt für mich deine Schönheit. Ich kann sie sehen. Nur nicht erkennen. Aber ich glaube sie dir. Und das genügt. „Ich glaube“ heißt „Ich weiß“. Und ich weiß es, weil ich dich liebe!
4.8.08 20:19


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