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Frauendiskriminierung mitten in Deutschland

Gern betätige ich mich in meiner Freizeit als Hobbyfeminist. Es gibt mir viel, wachen Auges durch die Lande zu streifen und Missstände entsprechenden Institutionen zu Gehör zu bringen. Niemand ist dafür besser geeignet als ein Mann, denn Frauen sind in dieser Beziehung doch ein wenig befangen und emotional zu sehr beteiligt.
Schon seit gut zwanzig Jahren fröne ich diesem schönen Hobby, das ich ursprünglich als selbstgewählte Aufgabe auf mich nahm und auch heute noch als wichtigen Beitrag für das soziale Gefüge zwischen Mann und Frau empfinde.
Überaus positiv empfinde ich, dass ich während der ganzen Zeit keinem einzigen Beispiel für Diskriminierung begegnete. Es hat sich also viel getan in Deutschland!
Doch gestern wurde diese positive Überzeugung bis in die Grundfesten erschüttert. Zwar nur ein Einzelfall, aber man sollte mit so einer Arbeit schon im Kleinen beginnen.
Jedenfalls war ich am Wochenende in Hamburg, einer eigentlich modernen und sehr aufgeschlossenen Stadt in Deutschlands Norden - malerisch gelegen an der Elbe, die idyllisch im Riesengebirge entspringt und sich in die Nordsee ergießt. Wie jedes Wochenende entschloss ich mich zu einem Bummel durch die dortige Herbertstraße. Sie ist ein gutes Beispiel Hamburger Stadtkultur mit geschichtlichem Fundament, und ich genieße es stets, dort zu promenieren und mit Muße die vielfältigen und lebendigen Auslagen in den Schaufenstern zu betrachten.
Ein kleines Schild, das ich normalerweise nicht beachtet hätte, fing meinen Blick: “Kein Zutritt für Frauen”, stand dort. In Druckbuchstaben. Heiße Empörung wallte in mir hoch - unverständlich dieses Schild der Senatsverwaltung, das den Zutritt nur noch auf Männer und Kinder beschränkte. Und das in der heutigen Zeit. Besonders verwerflich empfinde ich es, ein solch kleines Schild dermaßen versteckt anzubringen, nur um die Diskriminierung im Verborgenen zu halten. In seiner Bedeutung ist das jedoch grober Vorsatz.
Auf dem örtlichen Polizeirevier, das sich gleich um die Ecke befand, wollte ich diesen Umstand zur Anzeige bringen. Dort jedoch begegneten mir die Beamten mit Arroganz und Renitenz. Das Schild würde schon seit über dreißig Jahren dort hängen, und offensichtlich war niemand gewillt, zu diesem Tatbestand eine Anzeige aufzunehmen. Man schickte mich dort von Dezernat zu Dezernat, ließ mich lange warten und zuweilen hatte ich tatsächlich den Eindruck, man würde mich auslachen. Erst eine mitfühlende Beamtin in Zivil versprach mir nach einem tiefen, von Notizen geprägten Gespräch, sich meiner Sache anzunehmen.
Auf diesem Wege möchte ich mich bedanken bei dieser unbekannten aber engagierten, jungen Frau, die mit ihrem Mut beispielhaft dafür sorgte, dass ich meinen Glauben an die Diskriminierung nicht gänzlich verlor.
24.7.08 15:58
 


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