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Nachdenkliches

Erinnern ist fühlen

Ich muss schmunzeln darüber, dass mir beim Schreiben dieser Zeilen der Duft des Frühlings um die Nase weht. Der Blick durch das Fenster gibt den Blick auf Schneeflocken unter grauem Himmel wider. Jedoch, wenn ich die Augen schließe, meine ich die Vögel am blauen Himmel zu sehen, die Biene an meinem Ohr vorbei summen zu hören. Ich rieche den Duft frisch gemähten Grases und fühle zart die Knospen des Weidenkätzchens an meiner Fingerspitze streichen. Für einen Moment – einen kleinen Moment nur – ist Frühling in mir. Jetzt. Mitten im Winter. Doch so lange ich das Erinnern habe, wird er bleiben. Der Frühling. Der Sommer. Oder du…
Angst habe ich davor, das Erinnern zu verlieren. Denn damit hätte ich auch dich verloren. Oder den Sommer. Oder den Frühling…
12.8.08 08:12


Starke Frauen

Starke Frauen sind wie Sterne am Firmament. Es ist, als wirkten sie stark durch das Kapital, dass sie mitbringen, das sie anstrahlt wie eine Sonne es tut. Doch dieses Kapital ist grundverschieden und trennt irgendwann die Spreu vom Weizen.
In der Spreu finden sich Frauen, deren Kapital recht flüchtig ist. Sie wirken sehr attraktiv, diese Frauen, sei es durch ihr Geld, ihr Aussehen oder durch Karriereerfolg. Doch ihre Attraktivität ist nur vorübergehend. Sie verglühen schnell, wenn sie ihre Sonne verlieren: das Geld, das Aussehen, den Erfolg. Stärke kann sehr zerbrechlich sein, wenn man sich allein auf sie verlässt.
Der Weizen - das sind Frauen, die Stärke mit Kraft verbinden. Frauen, die nicht attraktiv zu sein brauchen, denn sie sind schön. Frauen, die dynamisch sind, weil sie Ideen haben und Träume, denen sie folgen, ohne sich damit darstellen zu müssen. Frauen, die Kraft schöpfen aus dem, was sie glauben, oder Frauen mit Kraft aus ihrer umfassenden Liebe. Diese Frauen stehen alle auf einem Fundament, das sie selbst geschaffen haben und das sie immer tragen wird. Als Stern können sie nicht verglühen, so lange sie sich ihre Kraft erhalten.
28.7.08 09:42


Ich will

Ich weiß nicht… Es ist ein Zorn in mir, den ich nicht beschreiben kann. Aber ich spüre ihn. Ich spüre ihn als eine Energie, die mich treibt. Ganz hinten, ganz weit hinten in diesem Zorn ist etwas, das mich zu Tränen rühren will.
Es fühlt sich an wie Verzweiflung. Ist es das? Verzweiflung wegen was? Verzweiflung wegen der Vergangenheit oder Verzweiflung wegen der Gegenwart?
Die Vergangenheit… Ich kann mich kaum erinnern, berührt worden zu sein von dir. Du hast jedoch immer dafür gesorgt, dass ich dich berühren muss. Und du hast gewusst, dass ich dich berühren will. Meine Hingabe hast du gesehen und meine Liebe - nur nicht erkannt, jedoch benutzt. Und das tut weh.
Es tut weh, weil auch ich nicht erkannt, sondern nur gesehen habe, dass du mich benutzt. Wieviel besser hätte ich geben können, wenn ich weiser gewesen wäre? Und wie viel weniger Schmerz hätte ich erlitten?
Ich wünsche mir Hingabe! Nicht das, was man auf sexueller Ebene mit Hingebung verwechselt. Ich will dich, ich will mich, und ich will uns auf einer „gleichen“ Ebene. Ich will dir geben können, und ich will dir zeigen, wie du geben kannst – nicht, weil ich haben will, sondern weil ich mir wünsche, dass du geben kannst. Du brauchst es, und ich fühle, dass du es willst. Dann ist es egal, wem du gibst, aber es wird dich glücklich machen. Zuweilen. Und es wird dich stärken.
Nur… wenn ich das denke, wieso bin dann nicht ich so erstarkt aus meiner Hingabe? Warum bin ich so überhaupt nicht glücklich, da ich dir doch geben konnte? Vielleicht weil ich es musste? Ich meine: dir geben? Oder weil ich fühle, dass ich dir nicht genug gegeben habe?
Ich will da nicht wieder hin. Ich will nicht zweifeln, nicht trauern. Ich will nicht! Ich will nicht weinen aus Schmerzen, von denen ich nicht weiß, wie sie entstanden. Und ich will nicht Schmerzen zufügen, von denen ich nicht weiß dass ich sie zufüge. Und auch keine anderen.
„Ich will nicht“ ist der erste Schritt. Und der härteste. „Ich will“ nur der zweite. Und der schwerste. Aber er führt zu weiteren Schritten. In solche wie „Ich darf“, „Ich kann“…
Jeder dieser weiteren Schritte ist schön und erhöht die Bewegung, die dich dorthin führt, wo ich dich sehe: Ins Ich.
In ein Ich, das du noch nicht bist. Aber ein Ich, das in dir ist. Ein wunderschönes Ich – eines das strahlt und das wärmt. Hier liegt für mich deine Schönheit. Ich kann sie sehen. Nur nicht erkennen. Aber ich glaube sie dir. Und das genügt. „Ich glaube“ heißt „Ich weiß“. Und ich weiß es, weil ich dich liebe!
4.8.08 20:19


Warum?

Warum schreibe ich? – Ich fühle.
Warum fühle ich? – Ich liebe.
Warum liebe ich? – Ich lebe.
Warum lebe ich? – Ich lebe, um zu leben. Ich lebe, um zu lieben. Ich liebe, um zu fühlen. Ich fühle, um zu schreiben.
Warum?
Ein kluges Wort! Und oft ein abschließendes – verständnislos gefragt, resignierend geflüstert oder verzweifelt geschrien.
Doch wenn man ihm genau zuhört, dann ist dieses Wort immer für einen Anfang gut:
Warum?
30.4.06 18:08


Vergänglichkeit

Sie bedeutet Leben für mich, meine Blumenvase. Sie selbst jedoch ist nicht Leben. Sie ist nur ein zeitloser Körper, das Leben findet in ihr statt. Unendlich sind die farbige Vielfalt, die diese Vase aufnehmen kann, und die Schönheit, die die in ihr steckenden Pflanzen entfalten können.
Leben heißt aber auch sterben, jedes Leben ist vergänglich. Diese Vergänglichkeit ist für mich nirgends so allgegenwärtig, wie in meiner Blumenvase. Darum ist sie leer, ich möchte nicht an das Sterben erinnert werden, ich lebe! Wenn ich auch hin und wieder und einmal endlich dem Tod begegnen werde, dann wird meine Vase wieder Blumen enthalten – Blumen, die mich an ein buntes, schönes Leben erinnern.
30.4.06 18:06


Traum meines Lebens

Träume begleiten mich mein ganzes Leben. Merkwürdig... so, wie ich als Kind heranwuchs, wuchsen auch meine Träume. Irgendwann dann, als Mann, waren alle meine Träume zu Zielen geworden, und diese Ziele hatte ich erreicht.
Nun galt es, neue Ziele zu definieren. Kein Suchen, kein Wünschen, nur noch Tun. Doch dieses durchdachte Handeln war es, das mich schließlich in die Irre führte: Ich hatte nicht nur meine Träume vergessen, sondern auch die Träume anderer, die mit mir träumen wollten. Es machte auf ganz tiefgehende, schmerzhafte Art „Bumm“ – und nun wußte ich, wie es ist, wenn ein Traum zerplatzt.
Es dauerte sehr lange, bis ich wieder anfing, zu träumen. Ich mußte lernen, richtig zu träumen und dadurch die Angst vor platzenden Träumen zu verlieren. Und ich mußte lernen, daß man auch gemeinsam träumen kann. Eine Weisheit, die sich durch meine Art, zu träumen, gebildet hat, weist mir den Weg: „Was sind Deine Träume? – Nicht die Antwort, die Frage ist der Weg!“
Der Traum meines Lebens ist nun wieder, mein Leben zu träumen.
30.4.06 18:06


Meine Tasse

Schon ein ganzes Stück meines Lebens begleitet sie mich, meine Kaffeetasse. Eigentlich ist sie ein Becher, aber wer will morgens schon mit einem Becher am Frühstückstisch sitzen. Ja, meine Tasse ist eine erwachsene Tasse, größer als ein Tässchen - vor allem stabiler. Morgen für Morgen schmiegt sie sich in meine Hand. Manchmal halte ich mich fest an ihr, lege beide Hände um sie, wärme mich. Wenn ich sie morgens aus dem Schrank nehme, blinkt sie mir adrett – aber etwas kühl – entgegen. Hat sie aber erst meinen Kaffee aufgenommen, lockt ihr Dampf mich an den Tisch. Sie ist weiß, ihr Henkel hat die Form eines Ohres. Trotzdem kann sie mich nicht hören. Und zum Glück (manchmal) auch nicht sehen. Doch ich kann mich spiegeln in ihr (wirke dabei aber leicht retuschiert). Sie kennt mich genau: verkatert oder nur verschlafen, fröhlich oder traurig, nachdenklich, verliebt oder auch zornig. Aber nie hatte ich das Gefühl, sie würde mich mißbilligen. Auch an meiner Tasse ist das Leben nicht spurlos vorübergegangen – wir werden gemeinssam älter. Sie hat einen Sprung am Rand, wie ich Sprünge habe in der Seele. Ein Riß am Henkel mahnt mich, sie vorsichtig zu benutzen – ich bin auch so sensibel. Und in dem Maße, in dem ich ergraue, läuft sie innen braun an. Sie wird’s nicht mehr lange machen, meine brave Tasse. Ich hab’ mich schon nach einer neuen, schöneren umgesehen.
Tja, so ist das Leben ...
30.4.06 18:05


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